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4-Säulen-Programm für unser Gesundheitssystem

Was passiert, wenn die Coronakrise vorbei ist? Der ÖGB-Sommerdialog gibt die richtigen Antworten.

In der Corona-Krise hat sich unser Gesundheitssystem bislang bewährt. Das war nur deshalb möglich, weil die Grundlagen einer umfassenden Gesundheitsversorgung schon viele Jahre zuvor gelegt wurden. Doch unser System beginnt langsam zu bröckeln: Vor Corona hat die Kassenfusion ein Mega-Minus ins Budget gefressen. Nach Corona wird das Minus noch viel größer werden: Den Krankenkassen fehlen hunderte Millionen Euro. Damit das Gesundheitssystem krisensicher bleibt und auch künftig so gut auf Herausforderungen antworten kann, hat der ÖGB im Rahmen des ÖGB-Sommerdialogs Gesundheit ein 4-Säulen-Programm erarbeitet.

Erste Säule: Gesundheitsversorgung weiterdenken

Das System, das uns alle gesundheitlich stützt, muss weitergedacht werden, sind sich die ExpertInnen einig. Und dazu braucht es eine schon längst fällige Gesundheitsreform. Im Rahmen dieser Reform sollen beispielsweise Schnittstellen zwischen niedergelassenem und Spitalsbereich reduziert werden. Auch soll es möglich sein, neue Behandlungsmöglichkeiten wie die Vor-Ort-Versorgung einzuführen.

Für diesen Prozess ist es wichtig, festzustellen, an welchen Enden das Gesundheitssystem zu viel Ressourcen bereitstellt (Überversorgung), wo es zu wenig Mittel gibt (Unterversorgung) und wo Ressourcen falsch eingesetzt werden (Fehlversorgung). Durch diese Bestandsaufnahme können wichtige Bereiche wie Psychotherapieplätze und mehr ÄrztInnen und Primärversorgungszentren finanziert werden. Damit wäre auch Budget vorhanden, um den Beruf der AllgemeinmedizinerInnen zu attraktiveren, um künftig genug ÄrztInnen zu haben, sowie die Versorgung für chronisch kranke Menschen sicherzustellen.

Zweite Säule: Faire und nachhaltige Finanzierung

Um die Einnahmenausfälle durch die Corona-Krise abzufedern und die finanziellen Schäden durch die türkis-blaue Kassenfusion auszugleichen, braucht es kurzfristig Geld vom Bund. Mittelfristig muss ein so genannter Risikostrukturausgleich geschaffen werden, also ein finanzieller Ausgleich, der die Kosten fair unter den Versicherungsträgern aufteilt. Langfristig gedacht, braucht es die Ausweitung der Finanzierungsbasis – daher mehr Geld. Durch die richtigen Investitionen im Gesundheitsbereich kann man die Lebensqualität der Bevölkerung steigern und dauerhaft Geld im Gesundheitssystem sparen.

Dritte Säule: Verbesserungen für Beschäftigte

Es ist allen Beschäftigten in den Gesundheitsberufen zu verdanken, dass wir diese Corona-Krise bislang gut überstanden haben. Durch bessere Arbeitsbedingungen, kürzere Arbeitszeiten oder höhere Entlohnung für die Beschäftigen entstehen auch bessere Betreuungsmöglichkeiten für PatientInnen. Auch die Vereinheitlichung eines Personalschlüssels, also wie viele Menschen in welchen Bereichen tätig sind, kann einen positiven Ausgleich schaffen. Ebenso wichtig ist eine neue Aufgabenverteilung zwischen den Gesundheitsberufen, um Ressourcen bestmöglich einzusetzen. Natürlich muss auch in eine qualitativ hochwertige Ausbildung investiert werden.

Vierte Säule: Digitalisierung

In vielen Bereichen schreitet die Digitalisierung mit großen Schritten voran. Auch im Gesundheitsbereich kann nicht zuletzt seit der Pandemie auf manch neues digitales Angebot zurückgegriffen werden. Die Einführung des e-Impfpasses und des e-Rezeptes wird die Digitalisierung weiter vorantreiben, ebenso die Weiterentwicklung von ELGA, der elektronischen Gesundheitsakte. Auch die viel diskutierte und jetzt wieder stark reduzierte telefonische Krankschreibung sollte für die Zukunft neu gedacht werden.

Jetzt handeln

Das 4-Säulen-Programm des ÖGB kann einen großen Beitrag für eine zukunftssichere Gesundheitsversorgung leisten. Seine Stärke besteht darin, dass die richtigen Lehren aus der Corona-Pandemie gezogen wurden, eine umfassende Analyse unsere jetzigen Gesundheitssystems geboten wird und die richtigen – und wichtigen – Schritte für die Zukunft klar dargelegt werden. Jetzt ist die Zeit, zu handeln.

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