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Wenn Mütter nicht mehr können

Es braucht leistbare Ferienbetreuung für Kinder in ganz Österreich – und zwar dringend

„Ich kann nicht mehr, ich bin am Ende“ – diesen Satz hört man in den letzten Wochen regelmäßig, wenn man sich mit Müttern unterhält. Da aufgrund der Corona-Pandemie Schulen und Kindergärten wochenlang nur für einen Notbetrieb geöffnet waren, mussten Eltern von einem Tag auf den anderen die Bildungsarbeit und Betreuung ihrer Kinder zu Hause übernehmen – zusätzlich zum Job. Der Großteil der Arbeit mit den Kindern blieb dabei wie selbstverständlich an den Frauen hängen, von denen viele mittlerweile an ihrer Belastungsgrenze angekommen sind. 

Frauen halten die Familie am Laufen 

„Die Corona-Pandemie hat uns einiges abverlangt. Ich mache mir nicht nur Gedanken um meine Kinder, sondern auch um meinen Job“, berichtet beispielsweise Astrid. Knapp 30 Prozent aller Frauen mussten laut Umfragen ihre Arbeitszeit reduzieren, um die Kinderbetreuung überhaupt stemmen zu können, bei den Männern waren es nur etwas mehr als 15 Prozent. „Ich bin es, die das System am Laufen hält. Die Frau kümmert sich daheim um Haushalt und Kinder, der Mann ist in der Arbeit und bringt das Geld nach Hause – wie in den 1950er-Jahren“, kritisiert Astrid.

Wer wird sich in den Ferien um die Kinder kümmern? 

Jetzt stehen die Sommerferien vor der Tür. Viele Eltern haben für die Kinderbetreuung Urlaub vorziehen müssen und daher den Großteil ihrer freien Tage für das Jahr bereits aufgebraucht. Großeltern stehen als Betreuungspersonen nach wie vor nicht zur Verfügung. Gleichzeitig ist die Arbeitslosigkeit auf einem Rekordhoch und viele Menschen arbeiten in Kurzarbeit – auch ein Großteil der Familien hat dadurch mit massiven finanziellen Einbußen zu kämpfen. Die Anzahl der MindestsicherungsbezieherInnen steigt. Eltern können jetzt nicht riskieren, ihre Jobs zu verlieren, aber sie machen sich große Sorgen, wer sich in den Ferien um ihre Kinder kümmern wird. Sie brauchen dringend Planungssicherheit und leistbare Betreuungsangebote, denn auch die Kinder müssen über den Sommer die Möglichkeit haben, etwaige Lerndefizite aufzuholen. 

Der Betreuungscountdown läuft 

Kinderbetreuung in den Ferien ist auch ohne Corona immer eine organisatorische Herausforderung. „Es braucht daher jetzt noch dringender flächendeckende und kostengünstige Ferienbetreuungsangebote, um Eltern und speziell Frauen zu entlasten und gleichzeitig Kinder beim Lernen zu unterstützen. Der Betreuungscountdown läuft!“, so ÖGB-Vizepräsidentin und -Frauenvorsitzende Korinna Schumann in Richtung Bundesregierung. Es gäbe ja bereits sehr erfolgreiche Modelle wie die Summer City Camps in Wien, die ihr Betreuungsangebot jetzt massiv ausgebaut haben. „Solche Modelle muss es flächendeckend in ganz Österreich geben. Anerkennung alleine reicht nicht, es braucht jetzt konkrete Konzepte, um Frauen zu entlasten – sie dürfen nicht die Leidtragenden der Krise sein“, fordert Schumann.

Massiver Mehrbedarf an Betreuungsangeboten 

Familiensoziologin Sonja Dörfler unterstreicht diese Forderung: „Es gibt einen massiven Mehrbedarf an Betreuungsangeboten, denn eine noch höhere Arbeitslosigkeit muss unbedingt vermieden werden. Eltern können sich aber jetzt keine teuren Ferienangebote leisten. Wenn die Politik hier jetzt nicht investiert, kommen die Kosten später auf uns zu. Betreuungsangebote zu schaffen, ist eine Investition in die Zukunft!“ 

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