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Finanzamt will Geld zurück?

So können Sie eine Zahlungserleichterung oder eine Bescheid-Korrektur beantragen.

Ab der ArbeitnehmerInnenveranlagung für 2017 werden Kirchenbeiträge, Spenden und Beiträge für den Nachkauf von Schulzeiten sowie die freiwillige Weiterversicherung automatisch dem Finanzamt gemeldet. Wollen Sie Sonderausgaben (z. B. Ausgaben für die Wohnraumbeschaffung), außergewöhnliche Belastungen oder Werbungskosten absetzen, dann müssen Sie selbst eine Steuererklärung abgeben.

Doch was passiert eigentlich, wenn Sie Ihre ArbeitnehmerInnenveranlagung abgeben und einen falsch berechneten Einkommensteuerbescheid oder eine unerwartet hohe Steuernachforderung erhalten, die Sie nicht sofort bezahlen können? In diesem Fall haben Sie verschiedene Möglichkeiten, die Korrektur des Bescheides oder eine Zahlungserleichterung beim Finanzamt zu beantragen.

Beschwerde

Haben Sie zum Beispiel vergessen, bei der ArbeitnehmerInnenveranlagung etwas geltend zu machen, oder wurde etwas nicht berücksichtigt, dann können Sie innerhalb eines Monats nach Erhalt des Einkommensteuerbescheides eine Beschwerde bei Ihrem Wohnsitzfinanzamt einbringen. Die Beschwerde muss folgende Punkte beinhalten:

  • Bezeichnung des Bescheides, gegen den sich die Beschwerde richtet,
  • Erklärung, in welchen Punkten der Bescheid als falsch erachtet wird,
  • Erklärung, welche Änderungen beantragt werden und
  • Begründung für die beantragten Änderungen.

ACHTUNG: Zu beachten ist aber, dass durch die Beschwerde die Zahlfrist für eine Steuernachforderung nicht unterbrochen wird. Das heißt, dass Sie diese auch dann bezahlen müssen, wenn Sie eine Beschwerde gegen den Einkommensteuerbescheid einlegen. Sie haben allerdings die Möglichkeit, die Nachforderung bis zur Entscheidung über die Beschwerde aussetzen zu lassen. Dafür müssen Sie einen Aussetzungsantrag stellen.

Aussetzungsantrag

Ein Antrag auf Aussetzung der Einhebung kann bis zur Entscheidung über die Beschwerde gestellt werden. Damit wird die Zahlungsfrist für eine Steuernachforderung solange unterbrochen, bis über Ihre Beschwerde entschieden wurde. Wird Ihrer Beschwerde jedoch nicht stattgegeben und bleibt die Steuernachforderung aufrecht, so werden Ihnen vom Finanzamt Aussetzungszinsen in der Höhe von derzeit 1,38 Prozent (Stand: Jänner 2019) verrechnet.

Zurückziehen der ArbeitnehmerInnenveranlagung

Wenn Sie keine der Voraussetzungen für eine Pflichtveranlagung erfüllen, und es kommt im Zuge einer Antragsveranlagung zu einer Steuernachforderung, dann können Sie den Antrag auf ArbeitnehmerInnenveranlagung innerhalb eines Monats ab Zustellung des Bescheides mit einer Beschwerde zurückziehen. Vergessen Sie aber nicht, auch gleichzeitig einen Antrag auf Aussetzung zu stellen, da ansonsten die Steuernachforderung aufrecht bleibt und bis zum Fälligkeitstag zu bezahlen ist.

Herabsetzen der Vorauszahlungen

Wenn Sie neben Ihrem Dienstverhältnis einer Nebenbeschäftigung nachgehen und deshalb im vergangenen Jahr eine Steuernachzahlung hatten, dann schreibt Ihnen das Finanzamt auch bereits für das laufende Jahr die Steuer vor.

Die Vorauszahlung wird jedoch nur vorgeschrieben, wenn sie mindestens 300 Euro im Jahr beträgt. Außerdem muss nicht der gesamte Betrag auf einmal bezahlt werden. Sie bekommen alle drei Monate jeweils ein Viertel zur Zahlung vorgeschrieben. Diese Vorauszahlungen werden Ihnen dann im Rahmen der ArbeitnehmerInnenveranlagung für das laufende Jahr angerechnet.

Fällt Ihre Nebenbeschäftigung weg oder reduziert sich Ihr Einkommen, z. B. weil Sie Ihre Arbeitszeit verringern, so können Sie bis zum 30. September des laufenden Kalenderjahres einen formlosen Antrag auf Herabsetzung der Vorauszahlungen stellen.


Raten- oder Stundungsansuchen

Wenn die Steuernachforderung korrekt ist, Sie diese allerdings nicht bis zur vom Finanzamt gesetzten Frist bezahlen können, dann können Sie ein Raten- oder Stundungsansuchen stellen. Wichtig ist jedoch, dass Sie begründen, weshalb die sofortige Zahlung der Nachforderung mit erheblichen Härten verbunden ist (z. B. Arbeitslosigkeit, Unterhaltsverpflichtungen, geringes monatliches Nettoeinkommen, …).

  • Mit einem Ratenansuchen beantragen Sie die Zahlung der Nachforderung in Teilbeträgen. Im Rahmen des Ansuchens ist daher anzugeben, wie hoch der monatliche Betrag sein soll. Es ist zu beachten, dass die Steuerschuld auf höchstens 12 Monatsraten aufgeteilt werden kann.
  • Beim Stundungsansuchen ersuchen Sie, die Zahlung auf einen späteren Zeitpunkt aufzuschieben. Es ist daher anzuführen, zu welchem Zeitpunkt die Zahlung erfolgen soll (z. B. am 30. Juni, da dann der Urlaubszuschuss ausbezahlt wird).

In beiden Fällen fallen bei einer Steuernachforderung von mehr als 750 Euro auch Stundungszinsen an. Diese betragen derzeit 3,88 Prozent (Stand: Jänner 2019) und werden erst ab einem Betrag von insgesamt 50 Euro vorgeschrieben.

Weitere Informationen:
Teil 1: So machen Sie Ihre ArbeitnehmerInnenveranlagung
Teil 2: Automatische ArbeitnehmerInnenveranlagung
Teil 3: Vorteile für Familien

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